Strom und Gas zu wechseln ist für viele Haushalte eine naheliegende Überlegung, wenn die Kosten steigen, ein Umzug ansteht oder der bestehende Vertrag ausläuft. In solchen Situationen kann ein Anbieterwechsel die jährlichen Energiekosten deutlich senken. Entscheidend ist jedoch, ob Zeitpunkt, Vertragsbedingungen und Verbrauch zusammenpassen.
Grundsätzlich ist der Wechsel von Strom- und Gasanbietern in Deutschland jederzeit möglich, solange Kündigungsfristen eingehalten werden oder ein Sonderkündigungsrecht besteht. Die Energieversorgung bleibt dabei durchgehend gesichert.
Wann sich ein Wechsel von Strom und Gas lohnt
Ein Wechsel ist in vielen Fällen sinnvoll, wenn dein aktueller Tarif deutlich teurer ist als vergleichbare Angebote oder eine Preiserhöhung angekündigt wurde. Auch nach einem Umzug geraten viele Haushalte automatisch in die Grundversorgung, die häufig höhere Preise hat als reguläre Tarife.
Besonders günstig ist ein Wechsel, wenn dein Vertrag regulär endet oder du aufgrund einer Preisänderung außerordentlich kündigen kannst. In diesen Situationen lassen sich unnötige Mehrkosten meist vermeiden.
Wann ein Wechsel nicht unbedingt sinnvoll ist
Nicht in jeder Situation führt ein Anbieterwechsel zu einer echten Ersparnis. Bei sehr geringem Energieverbrauch fallen Preisunterschiede oft kaum ins Gewicht. Auch laufende Verträge mit langer Restlaufzeit und stabilen Preisen sprechen eher gegen einen sofortigen Wechsel.
Wichtig ist außerdem, nicht nur kurzfristige Angebote zu betrachten. Maßgeblich sind die Gesamtkosten über die gesamte Vertragslaufzeit.
Beispielrechnung zu möglichen Einsparungen
Ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3.000 kWh und einem Gasverbrauch von 12.000 kWh zahlt bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh und einem Gaspreis von 11 Cent pro kWh rund 2.430 Euro pro Jahr.
Durch einen Wechsel auf Tarife mit 28 Cent pro kWh Strom und 9 Cent pro kWh Gas sinken die jährlichen Kosten auf etwa 1.980 Euro. Die Ersparnis beträgt in diesem Beispiel rund 450 Euro pro Jahr.
Typische Fehler beim Wechsel von Strom und Gas
- Kündigungsfristen oder Sonderkündigungsrechte übersehen
- Nur den Arbeitspreis vergleichen und die Grundgebühr ignorieren
- Den eigenen Jahresverbrauch falsch einschätzen
- Ungewollt dauerhaft in der Grundversorgung bleiben
Grundversorgung richtig einordnen
Die Grundversorgung stellt sicher, dass jeder Haushalt jederzeit mit Energie beliefert wird. Sie ist jedoch oft teurer als andere Tarife. Besonders nach einem Umzug bleibt diese Versorgung häufig länger bestehen als nötig.
Wie sich der Strompreis zusammensetzt, erklärt die Übersicht zum Strompreis.
So läuft der Anbieterwechsel ab
Nach Abschluss eines neuen Vertrags übernimmt der neue Anbieter in der Regel die Kündigung des alten Vertrags. Benötigt werden lediglich Angaben zum Zählerstand und zur bisherigen Vertragsnummer.
Während des Wechsels bleibt die Versorgung durchgehend erhalten. Technische Änderungen an Zählern oder Leitungen sind nicht notwendig.
Umweltaspekte beim Anbieterwechsel
Neben den Kosten spielt auch die Art der Energieerzeugung eine Rolle. Unterschiedliche Energieträger wirken sich unterschiedlich auf den CO₂-Ausstoß aus. Hintergrundinformationen dazu bietet der Themenbereich Energie.
Weitere Orientierung zum Thema Anbieterwechsel
Ob und wann sich ein Wechsel von Strom und Gas lohnt, hängt immer von der individuellen Situation ab. Eine strukturierte Übersicht zu Voraussetzungen, Ablauf und häufigen Fehlern findest du auch unter strom und gas wechseln.
Abgrenzung des Themas
Dieser Artikel behandelt ausschließlich den grundsätzlichen Wechsel von Strom- und Gasanbietern. Technische Energiesparmaßnahmen, Förderprogramme oder Heizungsmodernisierung sind hier nicht Bestandteil.

